EU-Schweinemarkt: Entwicklung in Europa uneinheitlich – stabiler...
09.09.2009
Preisanstieg bleibt aus
Angesichts schlechter Marge bei den Fleischverkäufen und lautstarker Klagen der Schlachtunternehmen ließ sich keine Verbesserung durchsetzen. Diesem Beispiel folgten die Notierungen in den Niederlanden, in Belgien und Österreich, teilt die Interessengemeinschaft der Schweinehalter Deutschlands (ISN) mit.
Tendenz zur Schwäche zeigten die Preise in Frankreich, Dänemark, Großbritannien und Schweden. Daraus resultierend liegen die korrigierten Notierungen in Deutschland, den Niederlanden und Frankreich auf etwa einem Niveau. Das bedeutet, dass Frankreich den Preisabstand aus der Vorwoche nicht halten konnte. Auch Spanien bekam den Druck der nordeuropäischen Schlachtunternehmen zu spüren, und die Schlachthäuser reduzierten ihre Aktivität. Die Urlaubssaison und das florierende spanische Exportgeschäft führten jedoch auf der Iberischen Halbinsel zu einem moderaten Preisanstieg. Aufgrund der weiter knappen Stückzahlen an lebenden Schweinen geht die ISN von mindestens stabilen Preisen aus. Wenn die angekündigte Wetterbesserung tatsächlich eintritt, könnte das Fleischgeschäft den nötigen Impuls erhalten und den Preis anziehen lassen. Darüber hinaus kehren etwa in Deutschland bereits erste Urlauber zurück und kurbeln den inländischen Fleischkonsum an.
Polen: Importplus
Aufgrund stark rückläufiger Produktion und großer Nachfrage steigen die polnischen Schweinefleischimporte mit beachtlichem Tempo weiter, berichtet der Verband der deutschen Fleischwirtschaft (VDF). Mit insgesamt 119.300 t wurden im ersten Quartal 2009 rund 38% mehr Schweinefleisch eingeführt als im selben Zeitraum des Vorjahres. Die Lieferungen aus der BRD stiegen dabei um 52% auf insgesamt 41.000 t. Damit wurde Dänemark vom Platz 1 der Hauptlieferländer verdrängt.
Zwei Drittel aller polnischen Importe wurden aus Deutschland und Dänemark geliefert. Auch die sonstigen Lieferanten verzeichneten deutliche Zuwächse.
Die polnischen Schweinefleischexporte sind dagegen stark rückläufig. In den ersten drei Monaten des laufenden Jahres sind die Ausfuhren gegenüber dem Vorjahreszeitraum um rund ein Drittel zurückgegangen. Die stärksten Rückgänge wurden bei Lieferungen in andere EU-Länder (Deutschland -39%, Litauen -65%, Tschechien -17%) verzeichnet. Die Verbringungen in Nicht-EU-Länder wurden dagegen nur um 5% verringert.
Ö: Angebot und Nachfrage im Einklang
In Österreich harmonieren derzeit Angebot und Nachfrage am Schlachtschweinemarkt. Mit den Vorhersagen eines nun doch beginnenden Sommers waren vergangene Woche zunehmende Impulse spürbar. So gelang es, den Markt gänzlich zu räumen. Weiterhin unzufrieden sind manche Akteure, insbesondere exportorientierte Schlachtunternehmen klagen über gestiegenes Risiko trotz reduzierter Umsätze.
Vor dem Hintergrund eines durchschnittlichen Angebotes wurde von der Österreichischen Schweinebörse mit den Abnehmern ein unveränderter Notierungspreis fixiert. Er liegt somit diese Woche bei EUR 1,44 je kg (Berechnungsbasis EUR 1,34).
„Sofern die positiven Prognosen durch das tatsächliche Wetter bestätigt werden, ist hierzulande mit mindestens stabilen bis aufwärtstendierenden Preisen zu rechnen“, stellt Johann Schlederer von der Schweinebörse fest.



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