28.04.2010
Weiße Fahne in Augsburg
Freisprechung des 311. Meistervorbereitungslehrganges im Atrium der Handwerkskammer für Schwaben. Alle Teilnehmer konnten freigesprochen werden.
„Meister zu sein, ist eine Lebenseinstellung. Dies müssen Sie nun als aktiver Teil der Gesellschaft unter Beweis stellen!“ Das betonte Rolf Anger, Vorsitzender des Meisterprüfungsausschusses, bei der Freisprechung des 311. Meistervorbereitungslehrganges der Fleischerschule Augsburg. Vor ca. 250 Gästen konnte er im Atrium der Handwerkskammer für Schwaben alle Kursteilnehmer freisprechen. Unter den Jungmeistern war auch Matthias Seidl aus dem österreichischen Neunkirchen.
Als Kursbeste wurden ausgezeichnet: Marius Eckert (Sondheim-Stetten), Josef Furnier (Adelsried), Oliver Waldmann (Minfeld), Michael Heigemeir (Todtenweis), Florian Geißelmeier (Treuchtlingen), Maximilian Schmidtner (Altmannstein) und Jakob Krammetsvogel (Peutenhausen). Staatspreise erhielten neben den Kursbesten auch Andreas Knäblein, Martina Hagenmaier, Chris Reinhardt und Oliver Jaser.
Der Titel sei Auszeichnung und Anforderung zugleich. Anger hob hervor, dass die Jungmeister mit ihrem Erscheinungsbild und ihrem Auftreten das Image des Berufsbildes prägen würden. Den Beruf des Metzgermeisters sieht er als Brücke, ausgehend vom Tier im Stall bis auf die Teller des Verbrauchers: „Ob dies ein Steg oder eine vierspurige Autobahn ist, liegt ganz bei Ihnen!“
Schulleiter Robert Baur unterstrich, dass der Meisterbrief für die „ideale Verbindung zwischen praktischer Fertigkeit und theoretischer Fähigkeit“ stehe. „Der große Befähigungsnachweis ist das Aushängeschild für Qualität und Kompetenz.“ Er sei aber auch das Zeugnis, dass die Jungmeister fähig sind, mehr Verantwortung zu übernehmen und einen Betrieb führen könnten.
Die individuelle Fertigung von hoher Qualität sei eine Stärke des Metzgerhandwerks. „Darin liegt auch Ihre Zukunft“, machte Baur den Absolventen deutlich. Auf der anderen Seite wären betriebswirtschaftliche Kenntnisse unverzichtbar. Wer dauerhaft Erfolg haben wolle, müsse vor allem in Kostenrechung und Betriebsführung fit sein. „Im Lehrgang haben wir Ihnen das Rüstzeug dafür mitgegeben, nun werden Sie gefordert sein, als frischgebackener Meister die als künftige Führungskraft in die Praxis umzusetzen.“
Eine bestandene Prüfung sei immer ein Anfang mit vielen Möglichkeiten und Perspektiven. Dabei wäre aber die ständige Fort- und Weiterbildung der beste weg, um am Markt bestehen zu können. „Die Meisterprüfung ist nur eine wichtige Etappe Ihrer beruflichen Karriere“, verdeutlichte der Schulleiter. Das erworbene Wissen müsse in den kommenden Jahren immer wieder aktualisiert werden.
Diese Möglichkeiten zu bieten, sei die vordringlichste Aufgabe des verbandseigenen Bildungszentrums des Fleischerhandwerks, der Fleischerschule Augsburg. „Hier schlägt das Herz des Metzgerhandwerks, wo wir mit den neu entstandenen Schulungskapazitäten in einem verbesserten, funktionellem und repräsentativem Umfeld ein modernes Bildungskonzept anbieten können“, so Baur. Neben den Meisterkursen, der Fortbildungsprüfung zur Fleischerei-Verkaufsleiter/in oder dem Betriebswirtelehrgang veranstaltet das Bildungszentrum Praxis-Seminare. Schwerpunktthemen sind Kalkulation, Partyservice, Verkauf, Kochen, Produktion und Ernährungslehre.
„Wissen ist ein Schatz, der Sie überallhin begleitet“, zitierte Robert Baur eine alte chinesische Weisheit. Diesen Schatz hätten die Jungmeister gehoben. „Der Meisterbrief dient als Eintrittskarte und Rüstzeug für ein erfolgreiches Berufsleben.“
Hans-Peter Rauch, Vizepräsident der Handwerkskammer für Schwaben, machte in seinem Grußwort deutlich, dass es ein Renommee sei, seinen Abschluss als Metzgermeister/in in Augsburg erhalten zu haben. Er unterstrich die überregionale Bedeutung des Bildungszentrums: „Ich bin überzeugt, dass diese bislang schon hoch geachtete Bildungsstätte durch den Neubau und die professionelle sowie weitblickende Führung zur Eliteschule in Deutschland und Europa werden wird.“
In Zeiten von Schinken-Imitat und Analog-Käse spiele die Qualität von Lebensmitteln wieder die richtige Rolle, meinte der Kemptner Metzgermeister, der seinen Abschluss ebenfalls an der Augsburger Fleischerschule gemacht hat. Jede Zeit trage Chancen in sich. Deshalb sei es wichtig, dass jeder für sich selbst einen Weg vorgibt und „mutig die eigene Zukunft angeht“.
Die aktive Teilnahme am politischen Leben forderte Alexander Höcht, Geschäftsführer des Fleischerverbandes Bayern. „Äußern Sie Ihre Meinung und bringen Sie sich in Debatten ein!“ Die Mithilfe der Innungsmitglieder sei für einen starken Verband die Basis. Höcht verdeutlichte dies am Beispiel der Fleischerei-Berufsgenossenschaft. „Hier müssen wir der Politik zeigen, dass wir nicht nur ein verlässlicher Verhandlungspartner sind, sondern, dass das Fleischerhandwerk auch kampfeslustig ist und für seine Interessen eintritt.“ Der LIV-Geschäftsführer zeigte auf, dass die Jungmeister stolz auf ihren Beruf und Titel sein sollten. „Das müssen Sie nach außen tragen. Leben Sie den Titel!“

Hans-Peter Rauch gratulierte Matthias Seidl mit Rolf Anger (von links).

Bei einem traditionellen Weißwurstfrühstück wurde das Ende der Brühwurstwoche gefeiert.

Im großen Lehrsaal wurden die Teilnehmer von Schulleiter Robert Baur begrüßt und über die organisatorischen Abläufe unterrichtet.
Kursfoto




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