28.04.2010
Niedrige Energiekosten als Verkaufsargument bei Betriebsübergaben
Niedrige Energiekosten als Verkaufsargument bei Betriebsübergaben. Aktuelle ISI-Studie der Fraunhofer-Gesellschaft ermittelt Energiesparpotenzial von 15 %.
Während sich führende Politiker auch in Deutschland immer noch über die „Schande“ des erfolglosen Klima-Gipfels in Kopenhagen ereifern, haben sich Betriebswirte und Betriebseigener schon längst über das Thema Energieeffizienz verständigt.
Beleg dafür ist u.a. die jüngste Studie des Fraunhofer-Instituts für System- und Innovationsforschung (ISI) in Karlsruhe: 1.500 deutsche Betriebe des verarbeitenden Gewerbes gaben an, dass sie ein Energiesparpotenzial von 15 % sehen, und zwar schon bei Nutzung einfachster Techniken. Nur 17 % der Industrieunternehmen haben danach Systeme installiert, mit denen sie ihren Energieverbrauch messen können. Auch wenn es zwischen den Branchen unterschiedliche Einschätzungen gibt, so Dieter Philipp, Vorstand der PHINER AG, in einem Pressehintergrundgespräch in München, zeige die optimistische Bewertung der Energieeinsparpotenziale, dass die Energieeffizienz in der Produktion wie auch beim Unternehmensverkauf zu einem immer wichtigeren Thema werde.
Energetische Sanierung zwingend notwendig
Nach neuesten Erkenntnissen sind 90% aller Gebäude nicht oder kaum wärmegedämmt. Man bezeichnet sie auch als energetische Altbauten. Durch konsequente Energiesparmassnahmen lässt sich der Wärmebedarf bestehender Gebäude um 50 bis 80 % senken. Mit dem damit verbundenen Arbeitsplatz- und Wohnkomfort steigt die Attraktivität von Immobilien, so wie es letztlich auch die Energieeinsparverordnung (EnEV) gewollt hat. Die Kehrseite der Medaille ist jedoch, dass jeder Einsparung erst einmal eine Investition voraus gehen muß: bei Einfamilienhäusern
schnell mal 40 bis 50 Tsd. €, bei Gewerbeimmobilien entsprechend mehr. Um das Thema der energetischen Sanierung nicht von vorne herein am Geld scheitern zu lassen, hat die Energie- und Umweltpolitik, vor allem in Deutschland, für effektive gesetzliche Regelungen gesorgt.
Förderprogramme für mehr Energieeffizienz
Zur Finanzierung von energetischen Gebäudesanierungsmassnahmen, die auch gleichzeitig Modernisierungsmaßnahmen sind, gibt es eine Vielzahl von Programmen. Der Staat gewährt Zuschußgelder wie auch zinsgünstige Darlehen für diese Maßnahmen. Voraussetzung dafür ist, so Dieter Philipp, dass die durchzuführenden Maßnahmen klar definiert seien und für die Modernisierung eine klare Zielsetzung bestehe. Es gelte der Grundsatz: Erst planen, dann sanieren. Die Erfahrung zeige, dass eine sinnvolle und wirtschaftlich durchgeführte Gebäudesanierung für den Eigentümer keine finanzielle Belastung mit sich bringe. Unter Nutzung der staatlichen Förderprogramme und Zuschüsse, mit denen sich die Berater der PHINER AG in München bestens auskennen, finanzierten sich diese Maßnahmen zumeist vollständig aus den eingesparten Energiekosten.
Fördergelder à la carte
Einen ersten Überblick über die diversen Kredit- und Zuschußprogramme bieten Fördergeldrechner privater Unternehmen. Eine der umfangreichsten Datenbanken gibt es unter www.foerderdata.de. Dort sind etwa 5.700 verschiedene Förderungen aufgeführt. Da die Antragsverfahren fast unüberwindbare Hürden mit sich bringen, lohnt es sich jedoch, so Dieter Philipp, auf Berater zurückzugreifen, die in der Regel bei der KfW Bankengruppe in Berlin, beim Zentralverband des Handwerks (ZdH) und bei einer Industrie- und Handelskammer (IHK) akkreditiert sein müssen.
Staatliche Förderprogramme werden fast ausschließlich über die KfW abgewickelt, bereits im Jahre 2007 mit einem Volumen von 3,2 Mrd. €.
Das Konjunkturpaket I stellt für das Gebäudesanierungsprogramm im Zeitraum 2009 bis 20011 drei Mrd. € zur Verfügung.
Für KMUs gibt es bereits seit Anfang 2008 einen ‚Sonderfonds Energieeffizienz’, den das Bundeswirtschaftsministerium aufgelegt hat. Danach stehen die Beratungsleistungen für Unternehmen auf zwei Säulen: der eintägigen Initialberatung, für die ein Zuschuß von maximal 80 % - höchstens aber 1.280 € - gezahlt wird, und einer weiterführenden Detailberatung mit Zuschüssen in Höhe von 60 % des maximal geförderten Tageshonorars, insgesamt aber höchsten 4.800 €. Daneben sind zinsgünstige Kredite zur Umsetzung von Energiesparmaßnahmen in kleinen und mittleren Unternehmen vorgesehen. Ein genauer Maßnahmenkatalog kann jedoch erst nach einer genauen Ausgangsanalyse aufgestellt werden. Nähere Informationen sind erhältlich unter Tel. (089) 45235490 oder per Mail: dieter.philipp@phiner.eu.



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